Ev. Frauenhilfe Wahlrod  70 Jahre

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Was ihr getan habt einem

meiner geringsten Brüder

das habt ihr mir getan.

Mathäus Evangelium K. 25, Vers 40

 

Liebe Besucher unserer Internet Seite !

 

Wir, die ev. Frauenhilfe in Wahlrod,

möchten uns Ihnen hier vorstellen.

Kurz: Wer wir sind und was wir tun.

Dazu auch noch ein wenig aus unserer Geschichte.

 

Was wir sind und was wir tun:

 

In christlicher und sozialer Verantwortung stehend trifft sich unsere Gemeinschaft in den Wintermonaten Oktober bis April allwöchentlich Mittwochs Nachmittags in unserem Gemeindehaus bei Kaffee und Kuchen zu einer ca. halbstündigen Andacht, Bibelversen, Bastelarbeiten, Liedvorträgen usw..

Den ortsansässigen, christlichen Frauen eine Möglichkeit zu bieten, einmal wöchentlich die „Seele baumeln“ zu lassen und für kurze Zeit Entspannung und Erholung zu genießen ist unser Anliegen.

Unser Engagement sehen wir in christlicher und sozialer Verpflichtung. Daraus leiten wir unser Handeln und Tun ab. So werden unsere kranken Menschen im Ort bei jeder Andacht in unser Gebet mit einbezogen.  

Aber auch von ganz praktischer Hilfe können wir berichten:

Krankenbesuche mit kleinen selbst gebastelten Geschenken, Geld- und Sachspenden für Bedürftige in der Gemeinde, für die Kirchenrenovierung, die Orgelrestauration, für Bethel,  die Oderflutopfer 2002, usw ..

Auch Spenden über die Grenzen unseres Landes hinweg sind uns selbstverständlich. So gingen Geldspenden in der jüngeren Vergangenheit z.B. in verschiedene Erdbebengebiete, von Bürgerkrieg überschattete Gebiete,  Naturkatastrophengebiete, jüngstes Beispiel: an die Opfer der verheerenden Flutkatastrophe im Indischen Ozean.

Ohne im einzelnen auf bestimmte Geldbeträge eingehen zu wollen, so können wir doch in den letzten Jahren einige Tausend DM bzw. nun Euro an Spendengeldern nachwiesen!

 

Die Mitgestaltung der gemeindlichen, alljährlich stattfindenden Seniorenfeier in der Adventszeit ist für uns immer wieder eine neue Herausforderung, die wir gerne annehmen.

 

Aber auch die Geselligkeit soll bei uns nicht zu kurz kommen. Und so erlauben wir uns, uns einmal jährlich einen Ausflugstag zu gönnen.

 

Die Finanzierung unserer Aktivitäten erfolgt über unsere Mitgliedsbeiträge, jährlicher Gemeindezuschuß, aus dem Erlös von Kaffee- u. Kuchenverkauf und Spenden.

 

Liebe Leserin, wenn wir mit diesen Zeilen evtl. Ihr Interesse geweckt haben sollten, uns einmal unverbindlich zu besuchen und /oder gar bei uns „mitzuarbeiten“, Sie sind immer herzlich willkommen! Immer Mittwochs Nachmittags ab 14.30 Uhr in den Monaten Oktober bis April im Gemeindehaus in Wahlrod.

Sie können uns aber auch jederzeit außerhalb der offiziellen „Treff`s“ ansprechen.

Gertrud Müller, Liesellotte Schneider, sowie Helga Colzau stehen als Vorstand unserer Frauenhilfe und als kompetente Gesprächspartnerinnen gerne zur Verfügung.

 


 

 

Unsere Geschichte:

 

Größtenteils wörtlich, sonst sinngemäß übernommen aus einer Ansprache zur Frauenhilfe  von Lore Wirth am 23.04.2003.

Ergänzt und erweitert nach Angaben aus dem Vorstand  der ev. Frauenhilfe von Erhard Röhrig :

 

Um oben zitiertes Wort aus dem Mathäus Evangelium in die Tat umzusetzen, taten sich Mitte der zwanziger Jahre einige christliche orientierte Frauen aus unserer Gemeinde zusammen und gründeten einen Frauenverein. Sie trafen sich einmal wöchentlich im privaten Umfeld.

Anfang Januar 1933 beschlossen sie, unter Leitung von Pfarrer Renner aus Höchstenbach, der unsere vakante Pfarrstelle betreute, der Frauenhilfe in Potsdam beizutreten. Sie wählten einen Vorstand, dem folgende Personen angehörten: 1. Vorsitzender Pfr. Renner, Fr. Luise Meutsch (Meutsch Mutter),  Fr. Helene Hoffmann, Fr. Lina Schmittgen als Kassiererin und Fr. Wilhelmine Röder, die Frau unseres damaligen Lehrers als Schriftführerin.  Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 15 Pfennig pro Monat festgesetzt. Pfarrer Renner leitete diesen Beschluss weiter nach Potsdam. Anfang April kam dann die Bestätigung in Form eines Diploms, welches auch vorne in unserem Gemeindehaus hängt.

Die Wahlroder ev. Frauenhilfe am 04.05.1933

Auf dem Bild sind zu sehen: Emilie Beyer, Hennriette Fuchs, Katharina Becker, Emilie Vohl, Frau Röder, Auguste Leins, Lina Vohl, Alma Sohnius, Frieda Scheider, Frieds Meutsch, Martha Klüppelberg, Wilhelmine Eitelberg, Lenchen Hoffmann Frau Meyer, Auguste Schweizer, Emma Bötzhöfer, Lina Winkelbach, Luise Hoffmann, Lina Fischer, Lina Schmidt, Emilie Jung, Lina Meutsch, Wilhelmine Schmuck, Lina Groß, Lina Fischer, Berta Thiel, Luise Thiel, Paula Reusch, Luise Hoffmann, Luise Puderbach, Lina Röhrig, Herr Meyer, sowie Pfarrer Renner mit Frau.

Frau Frieda Meutsch in Solingen ist die einzig noch lebende Person von diesem Foto !

 

Am 01.04.1933 trat Pfarrer Schwenzel sein Amt in unserer Kirchengemeinde an und am 12.04.1933 übergab Pfarrer Renner seinen Vorsitz in der Frauenhilfe an Pfarrer Schwenzel.

Die Frauenhilfestunden fanden nun im Pfarrhaus statt. Einmal wöchentlich im Winterhalbjahr.

Im Sommer traf man sich einmal im Monat. Bei diesen Treffen wurden Bibelverse gelesen, Andachten gehalten, Handarbeit gemacht und unter der Leitung von Frau Schwenzel wurde musiziert und gesungen. Es wurden Kleidersammlungen durchgeführt und nach Bethel geschickt. Vor Weihnachten wurden Geschenke an bedürftige Familien und an Behinderte in unserer Gemeinde verteilt.

Diese Frauenstunden hörten 1939 bedingt durch die damalige politische Lage auf.

Wie berichtet wurde, trafen sich die Frauen auch weiterhin, jedoch in aller Heimlichkeit und bei zugehangenen Fenstern. Die Frauenhilfen wurden während des Krieges nicht aufgelöst, es wurde aber kein Beitrag mehr bezahlt, damit wurde dann nach dem Krieg wieder angefangen.

Pfarrer Schwenzel und seine Frau haben die Frauenhilfe mit viel Geschick und Gottvertrauen durch die schlimmen Jahre unserer Vergangenheit geleitet, oft sogar unter Mißachtung der eigenen Sicherheit. Pfarrer Schwenzel ging 1946 schon sehr krank in den wohlverdienten Ruhestand.

Der Krieg und das antichristliche Regime waren vorbei und Pfarrer Hasenpflug der noch im selben Jahr die Nachfolge von Pfarrer Schwenzel antrat, konnte die Frauenhilfe wieder in aller Öffentlichkeit abhalten.

Die Frauenhilfen fanden nun im späteren Kindergarten statt. Der Wohlstand war noch nicht ausgebrochen und die Frauen mussten alles selbst mitbringen. Hildegard Groß und Minchen Schmuck (Gertruds Mutter) haben das alles mit getragen, zusammen mit Pfarrer Hasenpflug. Später hat sich dann auch Frau Hasenpflug aktiv für das Weiterbestehen der Frauenhilfe eingesetzt.

Von 1957 – 1976 hat Frau Lina Schmidtgen die Wahlroder Frauenhilfe als erste Vorsitzende und Kassiererin zusammen mit Frau Lina Christ fast zwanzig Jahre geleitet. Frau Schmidtgen übergab ihre Ämter 1976 an Frau Alma Seitz. Alma hat unsere Frauenhilfe 17 Jahre mit viel Liebe, Geduld und persönlichem Einsatz gelenkt. Unterstützung fand sie bei ihrem Mann, bei Frau Haag, Frau Wissel, Frau Martha Müller und Frau Anneliese Müller, die schon als ganz junge Frau dabei war.

Nach fast 30 Jahren Seelsorge in unserer Kirchengemeinde ging Pfarrer Hasenpflug 1976 in den Ruhestand. Sein Nachfolger Pfarrer Haag wurde noch im selben Jahr in sein Amt eingeführt

Er und seine Frau waren von Anbeginn ihres Hierseins bemüht die Frauenhilfe in unseren Gemeinden zu erhalten und somit das Evangelium unseres Herrn Jesus Christus in den Mittelpunkt zu stellen. 1985 übernahm Pfarrer Haag eine andere Pfarrstelle, doch bis heute sind er und seine Frau gern gesehene Gäste in unserer Frauenhilfe.

Pfarrer Manfred Bruns und seine Frau kam, noch jung an Jahren, 1986 in unsere Kirchengemeinde.

Er hat sich sofort aktiv und sehr engagiert für unsere Frauenhilfe eingesetzt und war als Pfarrer und Ansprechpartner jederzeit für uns da.  Die Ausflüge mit „Ihm“ und Alma, sowie Familie Wissel sind unvergessen. 1995 verließ er unsere Kirchengemeinde, um an anderer Stelle zu Wirken.

Die Wahlroder ev. Frauenhilfe 1995 mit Pfarrer Bruns.

 

Zwischenzeitlich übernahm am 01.02.1993 Frau Lore Wirth vorübergehend den Vorsitz, den sie am 01.04.1995 an den gewählten Vorstand Gertrud Müller, Elfriede Meergans und Ilse Leins übergab.

Das Pfarrerehepaar Ursula u. Frank Leißler übernahmen am 01.01.1996 das Pfarramt in unserer Kirchengemeinde. Beide haben aktiv in unserer Frauenhilfe mitgewirkt. Pfarrer Leißler übernahm am 01.12.2001 eine andere Pfarrstelle, so daß Pfarrerin Leißler seitdem alleine das Amt in unserem Kirchspiel mit drei Gemeinden ausübt. Trotz der vielen Arbeit versucht Frau Leißler unseren Frauenhilfen gerecht zu werden und wir alle freuen uns, wenn „Sie“ in unserer Mitte ist.

In unserem Rückblick dürfen natürlich einige Menschen nicht fehlen!

 

Pfarrer Wissel und seine Frau. Als Ruheständler oder besser als Unruheständler kamen sie 1979 in unsere Gemeinde. Familie Wissel brachte in Sachen Kirche und Frauenhilfe viel Erfahrung und Wissen mit nach Wahlrod. Wir können dankbar sein für die schöne Zeit die wir mit Familie Wissel verbringen durften. 1996 wurde Pfarrer Wissel schwer krank und die Familie musste nach Berlin zu ihren Kindern ziehen, wo Pfarrer Wissel kurz darauf verstarb.

 

1993 kamen Elfriede und Edwin Meergans in unsere Gemeinde. Edwin Meergans war Pfarrer im Ruhestand. Pfarrer Meergans übernahm mit seiner Frau die Arbeit in unserer Frauenhilfe von Pfarrer Wissel, der krankheitsbedingt nicht mehr aktiv konnte. Wir alle waren sehr betroffen und haben ihn schmerzlich vermisst, als er im April 2001 plötzlich verstarb.

 

Ernst Christin wollen wir nicht vergessen. Mit seinen mundartlichen Gedichten und Geschichten hat er viel zum Gelingen unserer Feiern beigetragen. Er war stets ein gern gesehener Gast in unserer Frauenhilfe. Im Alter von 83 Jahren verstarb er plötzlich im Frühjahr des Jahres 1996.

 

 

Unserm Herrn wollen wir Danken, für die Menschen die sich in all den langen Jahren für das Weiterbestehen der Frauenhilfen eingesetzt haben und es noch tun.

 

Herr, lass uns Füreinander leben,

einander lieben, wie du uns liebst,

und mach uns fähig zu vergeben,

wie du und täglich neu vergibst.

Sei du der Maßstab und unser Halt

und gib unserem Wollen auch Gestalt.

 

Soweit Lore Wirth in ihrem Bericht vom 23.04.2003.

Sie stellte ihren Bericht unter das Thema:

 

„70 Jahre ev. Frauenhilfe in Wahlrod ist eine lange Zeit und

wir können dankbar sein, daß „Sie“ heute ein fester Bestandteil

in unserer Gemeinde ist“.

Ev. Frauenhilfe Wahlrod aufgenommen am 20.04.2005 mit Pfarrer Kuhn nebst Gattin (Weyerbusch)

 

Ev. Frauenhilfe
Vorsitzende:    Gertrud Müller
Hubertusstraße 5, Wahlrod
Tel.: 02680 / 8487

 

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